Website als Produkt oder als Vertriebsarchitektur?

Ein Projekt machte sichtbar, dass eine Website entweder eine Maßnahme oder ein strukturelles Wirkmodell sein kann – aber nicht beides zugleich.

Case website als produkt wirkarchitektur

Übersicht

  • Entscheidung: schnelle Präsenz wurde dem Aufbau eines Anfragen-Systems vorgezogen
  • Struktur: Preis und Umfang sind erst vergleichbar, wenn das Zielmodell geklärt ist
  • Wirkung: das Mandat klärte die Passung – und schärfte die Mandatslogik des Studios

Kontext

Handwerksnahes Umfeld in einer frühen Phase digitaler Präsenz. Ziel war eine neue Website zur Generierung von Anfragen. Ein alternatives Angebot für eine kompakte, klar begrenzte Umsetzung lag bereits vor.

Strukturelles Dilemma

Im Raum standen zwei unterschiedliche Verständnisse von „Website“.

  • Das erste Modell verstand die Website als Produkt: definierte Seitenanzahl, Leistungsdarstellung, technische Umsetzung, schnelle Veröffentlichung.
  • Das zweite Modell verstand die Website als Vertriebsarchitektur: Profilbildung, Vertrauensaufbau, Referenzlogik, Zielgruppenführung und eine Struktur, die Anfragen reproduzierbar macht.

Beide Modelle sind in sich konsistent. Sie beruhen jedoch auf unterschiedlichen Annahmen darüber, wodurch Anfragen tatsächlich entstehen – und welche Vorarbeit dafür notwendig ist.

Entscheidungsrahmen

Zwei Optionen standen gegenüber: eine schnelle, budgetstabile Umsetzung als Produkt oder ein strukturiertes Architekturmodell mit vorgelagerter Klärung von Profil, Kundenführung und Referenzen. Die Entscheidung fiel zugunsten des Produktmodells.

Strategie

Die von uns vorgeschlagene Richtung basierte auf einer einfachen Priorisierung: erst Klarheit über Profil und Zielgruppenlogik, dann eine Website, die diese Logik sichtbar und wirksam macht.

Dazu gehörte insbesondere, vorhandene Kompetenz nicht zu behaupten, sondern über Referenzen und Struktur beweisbar zu machen – als Grundlage für Vertrauen und Anfragen.

Story

Die vorgeschlagene Erzählstruktur war nicht als Werbetext gedacht, sondern als Bedeutungsführung:
wofür das Unternehmen steht, wodurch es unterscheidbar ist und welche Projekte Kompetenz belegen.

Nicht als Claim, sondern als nachvollziehbare Linie, die sich durch Einstiege, Leistungslogik und Referenzen trägt.

System

Unser Architekturmodell sah eine gekoppelte Struktur vor: Orientierung über die Startseite, getrennte Einstiege für unterschiedliche Bedarfslagen, Leistungsseiten mit SEO-Grundlogik, Referenzen als eigene Vertrauensstruktur und eine durchgehende Handlungsführung.

Diese Elemente sind nicht additiv. Wenn zentrale Bausteine entfallen, entsteht nicht „die gleiche Website, nur kleiner“, sondern ein anderes Modell – mit anderer Wirkungserwartung.

Intervention

Wir haben empfohlen, das Projekt im Produktmodell mit einem anderen Anbieter umzusetzen: schnell, klar begrenzt, budgetstabil.

Ein Architekturmodell lohnt sich dort, wo Profil, Referenzen und Kundenführung bewusst als System aufgebaut werden – dafür war in diesem Mandat weder Zielbild noch Aufwandshorizont vorgesehen.

Wirkung

Für das anfragende Unternehmen entstand im gewählten Modell eine schnelle und kosteneffiziente Lösung, passend zur Priorität „rasch online und präsent“.

Für uns entstand ein präzises Learning: Preis und Umfang sind erst vergleichbar, wenn das Wirkmodell geklärt ist.

Eine Website kann Leistungkataloge darstellen – oder Wirkung organisieren. Beides ist legitim. Aber es ist nicht austauschbar.

Fazit

Dieses Projekt war keine operative Umsetzung, sondern eine Klärung der Differenz zwischen Maßnahme und Architektur.

Case Details auf Anfrage verfügbar.

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